Deutsches Rundfunkarchiv Rechtsfähige Stiftung Frankfurt am Main -
Babelsberg
Biographie Karl-Eduard von Schnitzler
Der Charakter der Sendereihe Der schwarze Kanal des Fernsehens der DDR wurde maßgeblich durch die Autorschaft und Moderation Karl-Eduard von Schnitzlers geprägt.
Von den 1519 ausgestrahlten Sendungen moderierte er mehr als 1300 selbst.
Als Urlaubsvertretung und im Krankheitsfall kamen Götz Förster (4x), Heinz Grote (144x), Günter Herlt (26x), Ulrich Makosch (19x), Volker Ott (2x) und Albert Reisz (2x) zum Einsatz.
Biographische Daten zu Karl-Eduard von Schnitzler sind verschiedenen Veröffentlichungen der letzten 50 Jahre entnommen worden.
Die Zeit seines Militärdienstes im Zweiten Weltkrieg ist größtenteils dokumentarisch nicht zu belegen. Hier beruhen die Angaben auf persönlichen Aussagen,
die Karl-Eduard von Schnitzler in Presseinterviews gemacht hat.
Hinweise auf die journalistische Tätigkeit und die in der DDR erhaltenen
Auszeichnungen sollen die Angaben zur Person des Moderators des Schwarzen Kanals abrunden.
1918 - 28.04. in Berlin geboren Vater: Julius Eduard von Schnitzler, geb. 1863 Mutter: Margarethe von Schnitzler, geb. Gillette
1932 - Eintritt in die Sozialistische Arbeiterjugend (SAJ)
1933 - Verhaftung Besuch des Deutschen Kolleg in Bad Godesberg
1937 - Abitur in Köln Reichsarbeitsdienst im Emsland Medizinstudium in Freiburg/Br. Kaufmannslehre in Köln Inhaber einer Speditionsfirma
1939 - Kriegsdienst (146. Art. Reg. und 155. Pz. Art. Reg.); Obergefreiter; Verwundung; Haft und Strafbatallion in Afrika
1943 - Verwundung; Genesung und Verhaftung in Frankreich Flucht aus dem Zuchthaus Paris-Fresnes
1944 - Übergang zu den Engländern bei deren Landung in der Normandie und Gefangenschaft im Lager Ascot Mitarbeiter im deutschsprachigen Dienst der BBC; erster Kommentar am 10. Juni
1945 - Entlassung aus der Haft und Mitarbeiter des NWDR Hamburg
1946 - Mitbegründer des NWDR in Köln Leiter der politischen Abteilung und amtierender Intendant beim NWDR Köln bis zum 30.06.1947
1947 - Entlassung durch die britische Besatzungsmacht wegen kommunistischer Propaganda Übersiedlung in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ)
1948 - Versammlungskampagne durch die drei Westzonen ab März Kommentator am Berliner Rundfunk und am Deutschlandsender Mitarbeit an der Sendereihe Treffpunkt Berlin Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED)
1952 - Chefkommentator Besuch der Parteihochschule
1956 - Leiter der Fernsehdiskussionsrunde Treffpunkt Berlin (bis 1966)
1960 - Autor und Moderator der Sendereihe Der schwarze Kanal (bis 1989)
1967 - Mitglied des Zentralvorstandes des Verbandes Deutscher Journalisten (VDJ)
1969 - Stellvertretender Vorsitzender des Staatlichen Komitees für Fernsehen
1978 - Mitglied im Zentralvorstand der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft (DSF) Vorsitzender des Gesellschaftlichen Rats der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR in Potsdam-Babelsberg
1989 - Beendigung der Tätigkeit beim Fernsehen der DDR und Einstellung der Sendereihe Der schwarze Kanal
Journalistische Tätigkeit
Rundfunk-Kommentator
Autor von Dokumentarfilmen und Dokumentationen
Autor und Regisseur von Reportagen aus der UdSSR, Ungarn, dem Nahen Osten und der DDR
Vortrags- und Lehrtätigkeit im Ostblock und im Nahen Osten
Kommentator der DDR-Nachrichtensendung 'Aktuelle Kamera'
Zeitungsartikel in 'Der Rundfunk', 'Deutscher Dienst', 'Neue Bild Zeitung', 'horizont', 'Freie Welt' und anderen Printmedien der DDR
In den 60er Jahren wöchentliche Kolumne in der 'Jungen Welt', Rubrik: 'Gepfeffertes'
Auszeichnungen
1955 - Ernst-Moritz-Arndt-Medaille
1956 - Nationalpreis 2. Klasse
1958 - Friedensmedaille
1964 - Vaterländischer Verdienstorden in Bronze
1966 - Goldener Lorbeer des Fernsehens beim Abschied vom Treffpunkt Berlin
1968 - Banner der Arbeit
1970 - Journalistenpreis des Verbandes der Deutschen Journalisten (mit Herlt, Grote und Leucht)
1978 - Vaterländischer Verdienstorden in Gold
1979 - Goldener Lorbeer des Fernsehens zur 1000. Sendung Der schwarze Kanal
1983 - Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold
1988 - Karl-Marx-Orden
Weitere Auszeichnungen: Held der Arbeit; höchste Auszeichnungen von Deutsch-sowjetischer Freundschaft (DSF) und Freier Deutscher Jugend (FDJ), des Nationalrats, der Liga für Völkerfreundschaft; Verdienstmedaille der Nationalen Volksarmee (NVA) in Gold; Medaille für vorbildlichen Grenzdienst; Theodor-Körner-Preis.
1965-1971 mehrfach 'Fernsehliebling' in den Umfragen von Berliner Zeitung (BZ) und FF-dabei